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Ralph Schüller

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Eine Million

Für Siebenhunderneunzig ist alles dabei
Und für Tausendvierhundert ham’se gleich zwei
Oben ohne fünf und vier mit Regal
Inklusive eine Reise in ein Land Ihrer Wahl

Fünfhundert mit Kollegen und ein Saunabesuch
dazu für Achtundvierzig ein rosa Taschentuch
Fünfundsiebzig bis Achtzig für zwei Lächeln am Rand
allerhöchstens Neunzig, aber ohne Verstand

Eine Million

Zehntausend ohne Füße, jedoch mit Blick aufs Meer
Die Hälfte plus Hund, immernoch mehr
Für das Original mit echtem Bezug
Ist es jedenfalls noch nicht genug

Siebentausend am Montag, den Rest hinterher
Rabatt nur Mittwoch, alles ohne Gewähr
Zwanzig für den Kellner und Fünfzig Polizei
die Taxe zum Hafen ist dagegen völlig frei

Eine Million

Nur noch Tausendachthundert für „Tiere in Not“
Dreieinhalb frische Wäsche und Vierkornbrot
Zwölf an das Finanzamt und Dreizehn Lotterie
wenn du dich so anstellst, schaffst du es nie

Zehn für kleine Kinder und Drei fürs Altersheim
Siebzig für die Kirche und noch einen Schein
für die Onkels und Tanten aus Übersee
eine Schachtel Pralinen und vier Kilo Kaffee

Eine Million

Was glaubst du, wenn’s mit dir zu Ende geht
Am Bahnhof nur ein Narr mit Blumen steht
Und Faxen macht, die kein Mensch verstehen kann
Du bist verloren armer, fremder Mann

Eine Million

[1999/2000]

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