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Ralph Schüller

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Großes Glück

Ich will das große Glück und eine kleine Ecke
Wo ich meine alten Schuhe stellen kann
Wo ein Topf überm Feuer glüht, die Zeit wegrennt, der Schnittlauch blüht
Und du siehst mich mit frohen Augen an

Ich will den Ausblick und eine weite Reise
Mit einem Ausweis, der mich ziehen lässt
Mal ins Warme, mal ins Kalte, wo ich meine Klappe halte
Und du hältst dich an meinem Mantel fest

Großes Glück, wo kommst du her, wo gehst du hin
Kannst du nachts auch nicht schlafen
Ziehst wie ein Schaf im Wolfspelz durch das weite Land
Und nickst uns zu.

Fällt mir die Schaufel aus der Hand
Alle Tassen im Schrank
War es gut hier zu sein, verrückt genug, schenk noch mal ein,
bis der Wagen hält

Ich will das große Glück und von der höchsten Leiter
Die guten Kirschen in den vollen Körben sehn
Ich will das schwere Schnapsglas fassen, und den Rest aus allen Tassen,
feiern, bis die ersten Hähne wieder krähn

Ich will das Leben an deinem Hintern loben
Und das frische Brot mit Salz bestreun
Wenn im Herbst die guten Pilze stehn, möcht ich mit Dir sammeln gehn
und mich an deinen Farben freun.

Ich will das große Glück und die Zeit zu bleiben
Bis das Licht in unserm Haus verglimmt
Wenn auf hoher See der Wind ausgeht, das Boot sich auf die Seite legt
und das Meer die schönen Dinge wieder nimmt

Ich will den Atem und wenn wir fort sind, froh sein
verstreut im Gras, war da jemals irgendwer
Will lächelnd von der Leiter fallen und noch vor allen andern
Abhaun, meinen Schuhen hinterher.


(Juli 2007)

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