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Sonntag der Dreizehnte | 1 Besucher online |
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Ralph Schüller

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Hier null acht

Hier wo die Landschaft blüht und deine
netten Nachbarn pünktlich in die Betten gehn
Hier macht seit Jahren jeder nur das Seine
Hier geht die Volksmusik nicht in die Beine
Hier sagen sie, hier ist es richtig schön
Vorm Bahnhof sammeln sich die Biersoldaten
stehn gelassen in ihrer alten Montur
die Ausgekämmten, Eingeseiften, braten
Schnaps trinkend in der Sonne und wir raten
wie schaffen die das nur
Komm wir machen wieder einen Schritt
Wie ein Leben doch geht und wir gehen mit
Wir laufen und laufen und freuen uns darauf
Gehn wie die Schiffe unter und mit der Sonne
wieder auf
Hier wo wir bleibend unsre Hände fassen
Rauchend eine Krankenkasse im Genick
Hier können wir nicht voneinander lassen
und rühren in kalten Kaffeetassen
und träumen still vom stillen Glück
Komm wir machen wieder einen Schritt
Wie ein Leben doch geht und wir gehen mit
Wir laufen und laufen und freuen uns darauf
Gehn wie die Schiffe unter und mit der Sonne
wieder auf
Die Welt, ein Dorf und wir schippern
das Boot bei gutem Wetter übern See
nicht wie die Tiere, die den Jäger wittern
Erregt am ganzen Leibe zittern
ziehn wir bunte Scheine aus dem Portemonaie
Hier wo die Polizei grün in den Bäumen
das Volk bewacht und manchen bösen Mann
Hier wo die Biere in den Gläsern schäumen
Hier wo die Jungs von großen Autos träumen
Da fängt manch böser Mann erst an
Die alten Freunde schreiben Ansichtskarten
Aus Marbella, aus New York und aus Shanghai
Hier mussten sie zu lange warten
Der Deutsche und seine Eigenarten
jetzt fahrn sie in dunklen Autos vorbei
Bis wir uns nicht mehr erinnern, solln wir hoffen
Ein Atemzug, der das Leben überbrückt
Die Zeitung meldet: Alles ist noch offen!
Der Untergrund protestiert besoffen
Und die Verrückten spieln verrückt
Komm wir machen wieder einen Schritt
Wie ein Leben doch geht und wir gehen mit
Wir laufen und laufen und freuen uns darauf
Gehn wie die Schiffe unter und mit der Sonne
wieder auf



[Juli/August 2008]




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