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Ralph Schüller

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Ich will ja

Nicht mal Shakespeare, nur Whisky und ein falscher Waffenschein
aufgeschwatzt in der letzten Bar
Eine Nacht wie ein Holzschnitt*, so komme ich nie heim
und sitze hier wie Inventar

Der Wirt träumt vom Fliegen, doch ich hebe nicht ab
Heute Nacht fall ich eher auf Land
Ein Fernseher läuft und ein Staubsaugervertreter
leckt grinsend meine Hand

Ich will ja, du willst ja, wir wollen immerzu
Ich will ja, du willst ja, wir wollen immerzu

Der Tag schlägt Stunden später die Zeitung früh ins Haus
Nur Wetter und das gar nichts besser wird
Ich zieh mir wie ein Fremder, die eigenen Schuhe aus
und stell sie ab damit sie niemand stören

Das Licht beginnt, wir atmen ein, damit die Zeit vergeht
Die Welt, die Landschaft und das erste Mal
Mit großen Augen lernen wir, wie man am Zeiger dreht
und haben doch nicht allzu große Wahl

Damit was bleibt nach all der Müh', ist Geld und Ruhm und Industrie
und kauf Dir was, was lange geht und Dich in Deiner Not versteht
Und Politik und Mutterland und mit und ohne viel Verstand
und Sand und Sand und immer Sand

Ich will ja, du willst ja, wir wollen immerzu
Ich will ja, du willst ja, wir wollen immerzu

Über alle Berge zieht die Sonne und es klopft
der Abend wie ein Irrer an die Tür
Wo man in Eile fassungslos, noch schnelle Socken stopft
und Spuren hinterlässt, im einsamen Revier

Der Stein im Schuh ist müde und der falsche Waffenschein
hängt jetzt eingerahmt über dem Kamin
Ein Restchen Sonne lügt zum Fenster herein
und niemand weiß genau, wohin wir gehn

Die Hände, Köpfe an der Naht, ein guter und ein böser Staat
Ein Gott, ein Kuscheltier, ein Wein im Glas soll dein Begleiter sein
Ein Prost auf uns, auf Euch und dann, fängt alles ganz von Vorne an
Ein Prost auf mich, auf Dich, die Hand räumt Krümel auf den Tellerand
und Sand und Sand und immer Sand

Ich will ja, du willst ja, wir wollen immerzu
Ich will ja, du willst ja, wir wollen immerzu

* Zitat: Uwe Höppner, Berlin

[2008]

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