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Im Baum gegenüber vergeht keine Zeit

Im Baum gegenüber vergeht keine Zeit
Während wir schlingernd uns drehen
Das Beste zu machen und immer bereit
Etwas Gutes im Spiegel zu sehen

Verfluchen das Wetter, bestrafen uns bleich
Jauchzend dem Feierabend entgegen
Den Kopf voller Taten, die Hände zu weich
den dicken Kater vom Sofa zu heben

Im Baum gegenüber fliegen wir davon
Und weiß und weiß und weiß
wird der Himmel über unserem Balkon

Um Himmel und Hölle um Herz und um Bauch
Wir kommen nur zaghaft voran
Die Uhren gestellt nach altem Brauch
und was man beweisen kann

Hier fallen wir und hier fällt uns das Glück
wie eine Tür ins Schloß
Wir halten und halten das kleinste Stück
doch unsre Finger sind viel zu groß

Im Baum gegenüber vergeht keine Zeit
Während wir alternd nur ahnen
Das schmale Schöne schreiben wir breit
auf unsere albernen Fahnen

Im Baum gegenüber fliegen wir davon
Und weiß und weiß und weiß
wird der Himmel über unserem Balkon

Kein Ende mit Pauken und auch keine Trompeten
Ganz einfach das Licht ausgemacht
und die billige Kunst auf den teuren Tapeten
überlebt nicht die nächste Nacht

Der Baum gegenüber wächst unbemerkt
breitet die Arme und schweigt
Ein furchtloser Schatten, der unsere Räume einnimmt
Denn es vergeht keine Zeit

Im Baum gegenüber fliegen wir davon
Und weiß und weiß und weiß
wird der Himmel über unserem Balkon

[24.06.09]




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